Neurofeedback – Krafttraining für das Gehirn

25. September 2019

Was ist Neurofeedback?

Neurofeedback ist eine computergestützte Trainingsmethode, bei der dem Klienten ausgewählte Parameter der eigenen Gehirnaktivität, über die man für gewöhnlich keine Wahrnehmung hat, wahrnehmbar gemacht werden. Dafür bekommt das Gehirn über Monitor und Lautsprecher gespiegelt, was es gerade tut (Feedback). Durch diese Rückmeldung lernen die Klienten ihre Gehirnaktivität selbst besser zu regulieren. Viele Krankheiten, Störungen oder ungewollte Verhaltensmuster sind auf Fehlregulierung der Gehirnaktivität zurückzuführen. Mit Neurofeedback können die Klienten lernen, diese Fehlregulationen besser auszugleichen und zu mehr Funktionsfähigkeit zu finden. Das Gehirn funktioniert wie ein grosses Orchester. Wenn aber alle Instrumente durcheinanderspielen und in voller Lautstärke, so hört man keine Melodie mehr. Durch ein Neurofeedbacktraining lernt das Orchester (nämlich das Gehirn) wieder einzelne Instrumente herauszufiltern und lauter zu spielen und andere treten in den Hintergrund. Nur durch ein ausgeglichenes Miteinander ist so wieder eine Melodie zu hören. Für das Gehirn bedeutet dies, dass es wieder ausgeglichen arbeitet und die Kommunikation zwischen den Verarbeitungszentren verbessert und gestärkt wurde.

Anwendungsbeispiel

Wer in der Schule nicht aufpasst, bekommt das früher oder später zu spüren. Über das EEG können bei einer Neurofeedbacksitzung kurze Phasen der Unaufmerksamkeit sofort detektiert und zurückgemeldet werden. Bis zu 2000 Mal in einer Trainingssitzung. Über die Zeit lernt das Gehirn durch das Neurofeedback, den aufmerksamen Zustand einzunehmen und zu halten. Bei Wutausbrüchen ist es oft so, dass die Kommunikation zwischen der Körperwahrnehmung und der emotionalen Regulation nicht gut funktioniert. Mit einem gezielten Neurofeedbacktraining ermöglichen wir den entsprechenden Gehirnzentern wieder besser zu kommunizieren und das Gleichgewicht wird wieder hergestellt.

Schon von Klein auf lernen wir unseren Fokus auf eine einzige Sache zu lenken. Alles andere blenden wir aus. Diesen Zustand nennen wir Konzentration. 5-6% aller Kinder und ca 4% aller Erwachsenen haben Mühe sich zu konzentrieren.

Definition 

Aufmerksamkeit-Defizit-Hyperaktivität-Syndrom 

Bei einer AD(H)S (Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung) gibt es 3 Hauptsymptome:

1. Aufmerksamkeitsstörung, starke Ablenkbarkeit
2. Fehlende oder mangelnde Impulskontrolle
3. Bei ADHS: Übersteigerte Aktivität (Hyperaktivität)

Tritt die Aufmerksamkeitsdefizitstörung ohne die Hyperaktivität auf, spricht man nicht von ADHS, sondern nur von ADS.

Häufigkeit 

Knaben sind von ADHS 3 – 4 Mal häufiger betroffen als Mädchen. Bei Mädchen kommt dafür wahrscheinlich das ADS häufiger vor. ADS ist aber viel schwieriger zu diagnostizieren, da diese Kinder im Unterricht nicht stören und viel weniger auffallen. Die Anlage für ein ADHS/ADS ist vererblich. Etwa 60 Prozent der Kinder mit ADHS haben auch als Erwachsene noch Symptome. Die andern 40 % «verwachsen» das ADHS/ADS während der Pubertät. ADHS-betroffene Erwachsene haben oft gelernt, mit den Symptomen umzugehen. Allerdings verspüren sie oft eine innere Unruhe oder fühlen sich getrieben. Auch besteht ein erhöhtes Risiko in Süchte abzudriften.

Mögliche Begleiterscheinungen:

  • Lese-Rechtschreib-Schwäche
  • Depression
  • Zwänge / Ängste
  • Arbeitslosigkeit
  • Rechen-Schwäche
  •  erhöhtes Suchtverhalten

ADHS/ADS im Erwachsenenalter 

ADHS und ADS sind ein sogenanntes Syndrom. Ein Syndrom bezeichnet eine Kombination von verschiedenen Krankheitszeichen. Allein schon diese Tatsache zeigt, warum es oft gar nicht so einfach ist, ein ADHS geschweige denn ein ADS richtig zu diagnostizieren. Trotzdem spüren etliche Menschen, dass sie einzelne Komponenten dieses Syndroms mehr oder weniger stark in sich tragen. Hyperaktivität, emotionale Reaktivität (Wut oder Weinen, sich schnell aufregen), Konzentrationsschwierigkeiten, Mühe sich nicht ablenken zu lassen und oft das Gefühl, man habe 1000 Dinge gleichzeitig im Kopf. Einigen Menschen hilft es, wenn die Diagnose ADS oder ADHS gestellt wird. Endlich hat das „Ding“ einen Namen, das kann sehr entlastend sein. Für andere ist so eine Diagnose nur die halbe Wahrheit, weil sie sich eben nicht in allen Symptomen wiedererkennen. Oft spürt man aber, dass man irgendwie unzufrieden ist, seine Leistung nicht wirklich abrufen kann, zu mehr fähig wäre. Will man dies ohne Medikamente schaffen oder will man die Abhängigkeit von Medikamenten reduzieren und mit der Dosis zurückgehen, bietet Neurofeedback einen sehr wirkungsvollen und spannenden Weg.

Neurofeedback-Therapieansatz 

Man weiss heute, dass bei ADHS/ADS-Betroffene eine Störung/Normvariante des Frontalhirns vorliegt. Dieser Abweichung von der Norm begegnen wir nicht mit Neurofeedback, sondern mit Biofeedback. Mit der sogenannten Hämoenzephalographie stärken wir das Frontalhirn und der Klient erlangt dadurch mehr Kontrolle über seine Handlungen und Emotionen. Durch ein Neurofeedbackraining werden bestimmte Hirnregionen trainiert, die sogenannten multimodalen Assoziationsareale. Das sind die Schaltzentralen, da laufen eine Vielzahl von Neuronalen Verbindungen zusammen. Da hat man auch am meisten Einfluss, da diese Areale stark vernetzt sind. Daneben werden durch ein Neurofeedbacktraining, die Wahrnehmung verbessert, was dazu führt, dass die Umgebung besser überschaut werden kann (man lässt sich nicht durch jeden Reiz ablenken). Ausserdem spürt sich der ADHS-Betroffene wieder besser, was zu einer Beruhigung bei Hyperaktivität führt.

Vergleich Medikamente – Neurofeedback-Therapie 

Neurofeedback bietet einen nichtmedikamentösen Ansatz ohne Nebenwirkungen. Neurofeedback hat laut Studien die gleich starke Wirkung wie bekannte konzentrationssteigernde und bewegungshemmende Medikamente oder ähnliche Produkte. Der Hauptunterschied liegt darin, dass konzentrationssteigernde Medikamente sofort wirkt und man bei der Neurofeedbacktherapie von etlichen Sitzungen ausgehen muss. Dafür kennt Neurofeedback keine Nebenwirkungen. Bei Medikamenten gegen ADHS/ADS treten oft Nebenwirkungen auf wie: Appetitmangel und Schlafstörungen. Ausserdem haben ADHS/ADS-Betroffene durch Medikamente oft das Gefühl, nicht mehr sich selber zu sein. Was man auch nicht vergessen darf. Medikamente können kurzfristig durchaus eine Verbesserung der Symptomatiken erwirken. Und ein Teil der Betroffenen wächst das ADS/ADHS in der Pubertät aus. Was aber wenn nicht? Das ganze Leben Medikamente nehmen? Dies stellt für den Körper sicherlich eine Belastung dar, welche nicht von der Hand zu weisen ist

Wirksamkeit/Beispiele 

Das nachfolgende Beispiel zeigt eindrücklich, wie sich die Fehlerzahl eines 13 jährigen Mädchens beim QIK-Test verbessert hat. Der QIK-Test ist ein genormter, 20 minütiger CPT-Test. CPT steht für continuous performance test und misst Aufmerksamkeit, Leistung, Impulskontrolle und Genauigkeit eines Klienten. 

Migräne/Kopfschmerzen

Migräne ist eine neurologische Erkrankung unter der ca. 15% der Bevölkerung leidet. Migräne kann etliche Ursachen haben. Die genauen Ursachen ist bis heute unbekannt. Allerdings gibt es Faktoren, welche eine Migräne auslösen (Trigger). Diese können sein: Stress, Schlafmangel, Menstruation, zu wenig getrunken, Wetterlage (Föhn), Reizüberflutung Welche Vorgänge im Gehirn die typischen Migränesymptome bewirken, ist nicht eindeutig geklärt. So scheinen bei einem Migräneanfall einige Nervennetze übermäßig stark erregt zu sein Migräneattacken können sehr unterschiedlich verlaufen. Ein Migräneanfall gliedert sich meist in bestimmte Phasen. Diese dauern unterschiedlich lange und müssen nicht zwingend alle auftreten. Mehrere Stunden bis zwei Tage vorher kann sich ein Anfall ankündigen.

Die Kopfschmerzphase des Migräneanfalls dauert mindestens vier Stunden und kann bis zu drei Tage lang anhalten. Danach sind Kopfschmerzen und weiteren Symptome der Migräne vollständig abgeklungen.

Spannungskopfschmerzen

Spannungskopfschmerzen werden durch psychische Spannungszustände, Wetterempfindlichkeiten oder auch durch lang dauernde gleichförmige Haltung, z.B. am Computer oder Schreibtisch ausgelöst. Es kommt zu Muskelverspannungen im Nackenbereich. Oftliegt auch eine nicht funktionierende Schmerzverarbeitung zugrunde, oder anders gesagt, man realisiert gar nicht, dass man schon ewig lange in einer ungesunden Position arbeitet. Spannungskopfschmerzen werden in der Regel besser, wenn der Kopf entlastet wird, das heisst, wenn man sich hinlegt.

Behandlung mit Neurofeedback

Neurofeedback trainiert das Gehirn, sich besser an Veränderungen anzupassen. Der Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung gelingt einfach, sodass Kopfschmerzen, welche durch Reizwechsel ausgelöst werden, viel seltener vorkommen. Oft verschwinden die Kopfschmerzen sogar ganz. Auch wird Stress nach einer Neurofeedbacktherapie vom Gehirn nicht mehr als so belastend empfunden, sodass es auch die Notpause (Kopfschmerzen) nicht mehr benötigt.

Behandlung mit Biofeedback

Migräne wird oft mit Biofeedback behandelt, da die Behandlung relativ einfach, schmerzfrei und sehr effizient ist. Bei der sogenannten Hämoenzephalographie wird die Durchblutung des frontalen Gehirns verbessert. Diese verbesserte Durchblutung ist schon nach wenigen Behandlungen spürbar und auch messbar. 60% der Migränepatienten berichten, dass sie bereits nach 6 Sitzungen eine deutliche Verbesserung spüren. 90% berichten nach Ende der Therapie, dass sich die Migränesymptome stark verbessert haben, zum Teil kaum mehr spürbar sind. Ein weiterer Vorteil des Hämoenzephalographie-Trainings besteht darin, dass keine lange Anamnese gemacht werden muss, sondern direkt mit dem Training gestartet werden kann.

Burn out und Depressionen

Niedergeschlagenheit, Interessenverlust, Freudlosigkeit und verminderter Antrieb können wichtige Anzeichen einer Depression sein. 16 – 20% aller Menschen erleben einmal in ihrem Leben eine depressive Phase. Wer sich ständig freudlos und niedergeschlagen fühlt, sich kaum noch für irgendwelche Aktivitäten aufraffen kann, steckt in einer Depression. Die Untersuchungen von Davidson (2000) zeigen, dass der linke präfrontale Cortex positive Ziele bevorzugen soll und mit positiven Emotionen einhergeht. Hingegen soll der rechte präfrontale Cortex von Vermeidungszielen und dementsprechend auch von negativen Emotionen begleitet sein. So ist zum Beispiel bei Depressiven das linke frontale Gehirn gegenüber dem rechten frontalen Gehirn unteraktiviert. Dies führt zu einem Mangel an positiven Gefühlen und man kann sich viel schlechter auf positive Ziele fokussieren. Dieses Ungleichgewicht der Gehirnaktivität ist in der Neurowissenschaft als „frontale Asymmetrie“ bekannt. Neurofeedback setzt genau da an, indem es diese Ungleichgewichte angeht und hilft auszugleichen. Das Gehirn kommt wieder ins Gleichgewicht und es gelingt vermehrt sich auf positive Ziele einzulassen.

Zitat von Nicolas Chamfort: „Die Fähigkeit das Wort „NEIN“ auszusprechen, ist der erste Schritt zur Freiheit. Der Begriff Burnout stammt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie ausgebrannt sein. Es sind häufig Menschen von einem Burnout betroffen, welche zu Beginn sich stark für eine Sache engagiert haben, dann aber immer mehr unter Erschöpfungszuständen leiden. Die Fachwelt ist sich bis heute jedoch nicht einig. Ausgebranntsein gilt nicht als eigene Krankheit.

Nach Herbert Freudenberger gibt es 12 Burnout-Phasen:

1. Burnout Phase: Der Zwang sich zu beweisen –  übermäßiger Ehrgeiz
2. Burnout Phase: Verstärkter Einsatz, Hyperaktivität, Selbstüberschätzung
3. Burnout Phase: Subtile Vernachlässigung eigener Bedürfnisse
4. Burnout Phase: Verdrängung von Konflikten und Bedürfnissen
5. Burnout Phase: Umdeutung von Werten
6. Burnout Phase: Verleugnung auftretender Probleme
7. Burnout Phase: Rückzug & Verflachung
8. Burnout Phase: Beobachtbare Verhaltensänderung
9. Burnout Phase: Depersonalisation
10. Burnout Phase: Innere Leere
11. Burnout Phase: Depression
12. Burnout Phase: Völlige Burnout-Erschöpfung
Erst in der 10. Phase nötige Schritte in die Wege zu leiten, wäre zu spät. Je früher man anfängt, etwas zu verändern, desto weniger lang dauert dieser Veränderungsprozess.

Schlaf

Jede 3. Person in der Schweiz klagt über Schlafstörungen. Vielleicht kennen Sie das auch? Man will einschlafen, aber der Kopf lässt sich nicht abschalten. Die Gedanken kreisen um Erlebtes oder um das, was man unbedingt noch erledigen sollte. Oder man hängt in seinen Sorgen fest. Stundenlang liegt man wach und findet keinen Schlaf.

Oder Sie gehen früh ins Bett, schlafen schnell ein, wachen am Morgen auf und sind immer noch erschöpft und müde? Oder Sie gehen schlafen und mitten in der Nacht wachen Sie auf und das Gehirn lässt sich nicht mehr „ausschalten“. Dies alles kann ein Zeichen für eine Schlafstörung sein. Am Tag führt das dann zu:

  • Müdigkeit
  • Angst
  • Gereiztheit
  • Aggressivität
  • Konzentrationsprobleme
  • Störungen des Kurzzeitgedächtnisses

Doch auch körperlich können Schlafstörungen Langzeitfolgen haben.

Albträume

Immer wieder gibt es Menschen, welche Nacht für Nacht schreckliche Albträume plagen. Wird man von Albträumen geplagt, wird der Gang ins Bett zur Qual. Die Fragen nach dem warum und wieso bringt uns da leider oft nicht ans Ziel. Albträume zeigen aber, dass das Gehirn (vor allem das Unterbewusstsein) an etwas nagt, selber aber den Ausgang nicht findet. Genau da ist Neurofeedback genial. Neurofeedback unterstützt das Gehirn selber zur Lösung zu kommen und hilft, aus alten Mustern auszubrechen. Gerade für Personen, welche nicht die ganze Lebensgeschichte beim Psychologen ausbreiten möchten, bietet Neurofeedback eine tolle Möglichkeit, Veränderungen bei Albträumen zu verwirklichen.

Weniger schlafen, mehr lernen?

Gerade vor grossen Prüfungen neigen wir dazu, die halbe oder gar ganze Nacht durchzulernen, um ja viel Wissen für die Prüfung mitzunehmen. Allerdings ist der Schlaf einer der grössten Lernhelfer. Gut lernen kann man eigentlich nur mit gutem und ausreichendem Schlaf. Was Spitzensportler schon lange wissen, sollte auch bei „Kopf-Spitzesportlern“ zur Anwendung kommen: Denn nur wer genügend und gut schläft, kann Topleistungen erbringen!

Schlaf schützt vor Herzinfarkt und senkt das Diabetesrisiko

Bei einem Experiment mit 500 Frauen und Männern zwischen 35 und 47 Jahren durfte die eine Hälfte 1 Stunde pro Nacht länger schlafen als die andere Hälfte. Es zeigte sich, dass sich bei den «Langschläfern» ein Drittel weniger Koronarverkalkung bildete. So einfach kann Prävention sein…. Weiter kann man feststellen, dass gesunder Schlaf auch das Diabetesrisiko senkt. Menschen, die weniger als 6 Stunden pro Nacht schlafen, erhöht das Diabetesrisiko auf 1.24.

Schlaf beeinflusst die Kreativität

Bei einer Studie schnitten freiwillige Testpersonen bei Denkaufgaben besser ab, wenn sie zuvor ein tiefes Nickerchen machen durften, anstatt nur zu ruhen. Sobald die Testperosnen den die Phase des REM-Schlafes erreichten, lösten sie Aufgaben, welche Kreativität erforderten. Die Wissenschaftler vermuten, dass das Gehirn in dieser Phase neue Informationen mit vorhandenen Gedächtnisinhalten verbindet und mithilfe von Nervenbotenstoffen neue gedankliche Netze knüpft.

Heisshunger durch Schlafmangel

Bei einer Studie der Universität Kalifornien wurde der Hormonhaushalt von Schlaflosen mit demjenigen von Gesunden verglichen. Dabei stellte man fest, dass der Wert des Hormons Ghrelin der Schlaflosen die gesamte Nacht über um 30 Prozent niedriger war als der der Gesunden. Das Team um Testleiter Motivala vermutet nun, dass der Hormonhaushalt bei den Schlaflosen schlagartig von Appetitlosigkeit auf Heißhunger umschlägt.

Schlafmittel als Rettung?

Im Vergleich zu 2010 nehmen heute fast doppelt so viele Berufstätige Schlafmedikamente, sogenannte Benzodiazepine. Auch mit zunehmendem Alter steigt der Schlafmittelkonsum. Ein ideales Schlafmittel soll einen Schlaf bewirken, der sich vom natürlichen Schlaf nicht unterscheidet. In einer Untersuchung wurde aber festgestellt, dass Schlafmittel die Gesamtdauer des REM-Schlafes vermindern In einer Untersuchung wurde der REM-Schlafanteil am Gesamtschlaf von normal 20-25 Prozent auf 10-15 Prozent reduziert. Der REM-Schlaf ist für die Erholung äusserst wichtig. Dazu kommt, dass Benzodiazepine Nachwirkungen haben. Das heisst, sie mindern auch am nachfolgenden Tag die Leistung messbar. In Finnland wurden zum Beispiel bei Verkehrsunfällen bei einem relativ hohen Prozentsatz der Fahrer Benzodiazepine im Blut festgestellt. Gefährlich ist zudem, dass Benzodiazepine abhängig machen und somit keine Langzeitmittel sind, da mit der Zeit auch die Wirkung immer mehr nachlässt. Vor allem auch ältere Menschen müssen bei der Einnahme von Benzodiazepinen sehr vorsichtig sein: Ältere Leute reagieren indessen oft empfindlich auf diese Medikamente, und die Nachwirkungen sind ausgeprägter: Gleichgewichtsstörungen, Verwirrtheit und Gedächtnislücken können auftreten. Solche Symptome werden dann irrtümlich der Senilität des Klienten zugeschrieben. Im Alter ist daher mit Schlafmitteln ganz besondere Vorsicht geboten.

Der Schlaf ist oft ein erstes sehr starkes Anzeichen, dass etwas nicht stimmt, dass das Gleichgewicht gestört ist. Durch ein gezieltes Neurofeedbacktraining lässt sich das Gleichgewicht wiederherstellen.

Was kann Neurofeedback bei Schlafstörungen bewirken

Oft ist eine kortikale (von der Hirnrinde ausgehende) Übererregung die Ursache der Schlafstörung. Neurofeedback kann Ungleichgewichte im Gehirn verringern, manchmal sogar ganz beseitigen. Der Schlaf reagiert sehr schnell auf das Neurofeedbacktraining. Verbesserungen sind schon innerhalb weniger Sitzungen festzustellen. Selbst langjährige Schlafprobleme können mit Neurofeedback behandelt werden. Eigentlich „weiss“ das Gehirn genau, was gesunder Schlaf ist. Aus irgendwelchen Gründen hat es aber „vergessen“ wie gesunder Schlaf funktioniert. Mit Hilfe des Neurofeedbacktrainings lernt das Gehirn diesen Zustand des „gesunden Schlafes“ wieder einzunehmen. Im Prinzip ist die Lösung für Schlafprobleme bereits im Gehirn verankert. Man muss dem Gehirn nur den nötigen Anstoss zur Lösung geben.

 Angst und Trauma

Angst und Furcht sind Grundgefühle und gehören zur menschlichen Existenz. Furcht wird in der Regel durch eine spezifische äussere Bedrohung ausgelöst. Angst hingegen hat seinen Ursprung oft in einer unbestimmten Bedrohung und wird häufig mit diffusen oder realen Vorstellungen verknüpft, was alles passieren könnte. Angst hat in der Entwicklung des Menschen seine gute Berechtigung. So hilft uns die Angst, Dummheiten nicht zu begehen, wir sind vorsichtiger und im besten Fall, verlängert Angst sogar unser Leben. Angst sollte jedoch nicht zum Grundzustand werden. Angst ist ein Ausnahmezustand, welcher körperlich als purer Stress wahrgenommen wird. Wenn uns diese Angst nun ständig begleitet, sind wir mit der Zeit nicht mehr fähig uns zu erholen. Gut gemeinte Ratschläge wie: «Du musst keine Angst haben», helfen da nicht weiter.

Typische Angstsymptome

  • Schwitzen
  • Herzklopfen
  • Luftnot
  • Zittern
  • kalter Schweiss
  • Harndrang
  • Schwäche
  • Ohnmachtsgefühl
  • schneller Puls

Prüfungsangst

Die Prüfungsangst kennen viele. Obwohl man sich sehr gut auf ein Thema vorbereitet hat, kann es sein, dass man durch die Prüfungsangst völlig gelähmt ist und man ein totale Black-Out hat. Oder man schreibt zwar die Prüfung, ist aber die ganze Zeit so verkrampft, dass man seine beste Leistung nicht abrufen kann. Dieser Prüfungsangst rationell zu begegnen ist sehr schwierig. Aus Sicht des Neurofeedbacktherapeuten ist die Angst meist eine Kombination aus Wahrnehmung und der darausfolgenden emotionalen Verarbeitung. Beides wird in der rechten Hirnhälfte verarbeitet. Die Stärke der Neurofeedbacktherapie liegt darin, dass Ängste nicht besprochen werden. Im Neurofeedback helfen wir einfach dem Hirn, besser mit solchen Angstsituationen umzugehen und diese selber zu verarbeiten.

Trauma

Als psychisches, seelisches oder mentales Trauma wird in der Psychologie eine seelische Verletzung bezeichnet. Traumatisierende Ereignisse können beispielsweise Naturkatastrophen, Kriege, Geiselnahmen, gewalttätige Angriffe, Vergewaltigungen, Mobbing, Todesfälle oder Unfälle sein. Diese Ereignisse können in einem Menschen extremen Stress auslösen. Bei der Mehrzahl der Betroffenen klingt dieser Stress wieder ab. Manchmal bleibt diese erhöhte Stressspannung über längere Zeit bestehen und der Betroffene findet keine Möglichkeit, die Erlebnisse adäquat zu verarbeiten. Es kann zu Flashback kommen. Diese werden durch bestimmte Schlüsselreize ausgelöst und das Trauma wird erneut wachgerufen. Man erlebt dann dieselben Gefühle, wie bei der Traumatisierung selber. Aus der Epigenetik weiss man inzwischen, dass Traumata auch weitervererbt werden können. Dabei speichern sich die traumatischen Ereignisse in den Genen ab und die nächste Generation beisst dann darauf herum und weiss gar nicht, warum gewisse Themen immer wieder „hochkommen“. Beim Trauma werden die frontalen Hirnregionen, welche für die Kontrolle von Handlung und Emotionen verantwortlich sind, lahmgelegt. Man reagiert nicht mehr rational. Dies ist vielleicht auch ein Grund, warum Traumatas nur sehr schwer mit einer Gesprächstherapie behandelbar sind. Man kann rationell nämlich nur schwer auf die jeweiligen Situationen zugreifen und es braucht einen erfahrenen Therapeuten, welcher einem weiterhilft. Bei der Neurofeedbacktherapie spricht man das Unbewusste an. Die Traumaverarbeitung im Neurofeedback basiert einerseits auf einer Beruhigung und Stabilisierung des Zentralnervensystems und andererseits in einem zweiten Teil mit einem Alpha-Theta-Training. Während der Behandlung wird nicht über das Trauma selber gesprochen. Ziel ist, dass das zentrale Nervensystem so gestärkt wird, dass es selber besser mit dem Erlebten umgehen kann.

Hochsensibilität

Das Wissen um Hochsensibilität ist noch relativ neu. In der Mitte der 90er Jahre hat Elaine N. Aron, eine klinische Psychologin und Psychotherapeutin dieses Phänomen entdeckt und ihm den Namen «Hochsensibilität» (HS) bzw. «hochsensible Person» (HSP) gegeben. Die Hochsensibilität ist eine physiologische Veranlagung, bei der das Nervensystem mehr Reize, Stimulationen und Informationen aufnimmt. Das betrifft ca. 15-20% aller Menschen.

Was unterscheidet nun aber einen hochsensiblen Menschen von einem normalsensiblen?
Seine Wahrnehmung ist differenzierter. Das birgt ein grosses, positives Potential: solche Menschen nehmen mehr subtile Information auf als der Durchschnitt, sie reflektieren zudem sehr gründlich und nehmen auch auf der Gefühlsebene intensiver wahr.

Elaine Aron drückte es einmal so ähnlich aus: „Es ist, als hätte die Natur diesen Kindern ein komplexeres Denksystem installiert, so dass es mehr Zeit braucht, die dazugehörige Gebrauchsanweisung zu studieren.“

Durch das ständige intensive Verarbeiten von Reizen, ist oft die Gefahr einer Überforderung, einer Reizüberflutung vorhanden. Hochsensible Kinder werden von Erziehern, welche noch nie etwas von Hochsensibilität gehört oder gelesen haben, oft als langsam und zurückhaltend und in Überreizungssituationen dann als „unkonzentriert, aufbrausend oder unbeherrscht“, vielleicht auch als zu „schüchtern“ oder zu „wenig sozial“ beschrieben.

Mögliche Eigenschaften

  • differenziert, reflexionsfähig
  • oft gewissenhaft – und daher unglücklich, wenn etwas nicht   „perfekt“ ist
  • reiches Innenleben, grosse Vorstellungskraft
  • feinfühlig, intuitiv
  • gefühlsvoll, intensive Emotionalität, aber nicht immer nach aussen gerichtet
  • mitfühlend, einfühlsam
  •  unterschwellige Wahrnehmungen – nimmt Stimmungen und Befindlichkeiten wahr
  • oft eher introvertiert
  • kreativ, fantasievoll
  • oft mangelnde Frustrationstoleranz
  • kann reaktiv sein (z.B. Gefühlsausbrüche,   Überreaktionen…)
  • erhöhte Verletzlichkeit (–> oft stark erhöht!)
  • die spezielle Wahrnehmung kann auch zu erhöhter Ängstlichkeit führen
  • kann sich schlecht abgrenzen
  • bei zu vielen Einflüssen/Veränderungen etc. bald überstimuliert/überreizt, auch schneller überfordert und gestresst
  • Dann sind Reaktionen möglich wie z.B. viele Ängste,   schwacher Selbstwert, Gefühl anders/“falsch“ zu sein, Unsicherheit, Rückzug, Quengeln, stures Beharren, Jähzorn, Reaktivität, Konzentrationsschwierigkeiten, Schüchternheit, übermässige Sorgen…

Neurofeedback setzt direkt bei der Reizverarbeitung an und hilft hochsensiblen Menschen, die Flut an Reizen schneller und stressfreier zu verarbeiten.

Leistungssteigerung

Neurofeedbacktraining ist immer ein leistungssteigerndes Training. Das ist auch der Grund, warum auch Menschen, welche Höchstleistungen vollbringen Neurofeedback in ihren Trainingsplan aufnehmen. Dieses sogenannte Peak Performance Training ermöglicht es, noch bisschen mehr Leistung in den entscheidenden Momenten abzurufen.

Sport

Spitzensportler wie der ehemalige Skirennfahrer Hermann Maier, die französische Tennisspielerin Mary Pierce, der Golfer Tiger Woods oder auch der Fussballclub AC Milan nutzen oder nutzten das Neurofeedbacktraining, um resilienter mit Stress umzugehen, um Spitzenleistungen im richtigen Moment abzurufen oder auch um Rückschläge (wie zum Beispiel schwere Stürze und Verletzungen) besser verarbeiten zu können. Neurofeedback trainiert dabei sowohl die Konzentration, die Selbstkontrolle und unterstützt einen gesunden Schlaf, sodass auch noch die letzten entscheidenden Prozente Leistung herausgekitzelt werden können. Schlechter Schlaf verringert die Ausdauer um bis 40% und erhöht die Anfälligkeit für Erkältungen um das 3-fache. Auch das Verletzungsrisiko steigt um 65%. Untersuchungen haben gezeigt, dass guter Schlaf folgende Effekte im Sport haben kann:

– 10% bessere Sprintleistungen
– 20% schnellere Ausführung motorischer Abläufe
– 40% höhere Präzision bei gewissen Bewegungen
– 10% höhere Trefferquote

Musik

Im Jahre 2003 machten Musiker des London’s Royal College of Music bei einer Studie über Neurofeedback mit. Die Studenten, welche alle schon Topleistungen vor dem Neurofeedbacktraining vollbrachten verbesserten ihre Spielleistung um bis zu 17%. Dies war möglich, da die Studenten nach dem Neurofeedback besser mit Stress (Lampenfieber) umgehen konnten und auch präziser und ausdrucksvoller spielten. Neurofeedback somit zeigt auch in der Musik seine leistungssteigernde Wirkung.

Topleistung im Beruf

Menschen in stressigen Berufen haben mit der Zeit oft Mühe nach der Arbeit wieder auf ein gesundes Mass «runterzufahren». Diese Entspannungsphasen sind aber für das körperliche und geistige Wohlbefinden von zentraler Bedeutung. Befindet man sich längere Zeit in einem angespannten Zustand verschlechtert sich zunehmend auch der Schlaf und die Leistung sinkt kontinuierlich. Die Gefahr eines Burnouts oder einer Erschöpfung steigt. Neurofeedback hilf hier bei der Stressbewältigung. Topleistungen, wenn Leistung erforderlich ist, Entspannung, wenn die Leistung vorbei ist. Das ist die Voraussetzung, wenn man lange auf einem Topniveau arbeiten und dabei gesund bleiben.

Spitzensport  
– hilft bei der Fokussierung
– verbessert den Schlaf und damit die Regeneration
– reduziert die Impulsivität
– hilft bei Verarbeitung von Stürzen / Rückschlägen

Musik
– reduziert Lampenfieber
– erhöht die Präzision
– erhöht die Phantasie und Kreativität

Beruf
– verbessert die Stressmanagement
– verbessert den Schlaf und die Erholung
– reduziert das Burnout-Risiko

Konzentration

Konzentration ist die willentliche Fokussierung der Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Tätigkeit oder eine Aufgabe!

Konzentration in der Schule

Neurofeedback wird oft in Zusammenhang mit ADS bzw. ADHS gebracht. Konzentrationsschwierigkeiten gibt es aber auch ohne diese Diagnose. Schulischer Misserfolg liegt oft damit zusammen, dass der Schüler zwar vorwärts kommen will, aber aufgrund seiner „Hirnarbeit“ gar nicht richtig vorwärts kommen kann. Es ist dann oft so, als müsste man mit 120 auf der Autobahn fahren, aber man fährt immer im 3. Gang. Dies ist kurzfristig durchaus möglich. Aber muss man ständig tanken und der Motor wird enorm belastet. Dank eines stabilisierenden Neurofeedbacktraining kann man die gleiche Leistung mit viel weniger Energie erbringen (Ermüdung) oder man leistet mit der gleichen Energie erheblich viel mehr.

In der Praxis ist es oft so, dass viel Zeit in Nachhilfeunterricht gesteckt wird. Dass das Gehirn vielleicht gar nicht in der Lage ist, all die Infos umzusetzen, wird dabei oftmals übersehen. Erfolg in der Schule ist erst möglich, wenn 3 Punkte erfüllt sind:

1. Das Gehirn muss während der Schulstunden konzentriert arbeiten können, damit Lerninhalte überhaupt erst beim Schüler oder bei der Schülerin ankommen.

2. Der Lerninhalte muss verstanden werden (an vorhandenes Wissen anknüpfen). Dies hat häufig mit dem Intellekt zu tun.

3. Lerninhalte müssen während einer Prüfung abgerufen werden können (Kombination aus Fleiss, Lernen, Gedächtnis und keine Ängste vor Prüfungen). Beim Neurofeedback setzen wir vor allem beim 1. und 3. Punkt (Aufmerksamkeit und Prüfungsangst) an. Denn erst wenn der Schüler oder die Schülerin dem Unterricht folgen kann, ist Lernen überhaupt erst möglich.

Konzentration bei Erwachsenen

An einer Sache dranbleiben, sei es im Haushalt oder beim Lernen auf eine Prüfung während einer Weiterbildung oder einfach auch nur bei der Arbeit. Erfolg hängt stark mit der Fähigkeit zusammen, sich auf etwas zu fokussieren. Mehrere Dinge miteinander zu machen, klingt zwar verlockend, doch sind nur 3% der Menschen so multitaskingfähig, dass ihre Leistung danach gleich gut ist, wie wenn man die Aufgaben nacheinander erledigt hätte. Dranzubleiben und sich nicht ablenken zu lassen, ist aber gar nicht so einfach, wie es zunächst vielleicht klingt. Man lässt sich oft schnell durch äussere Reize oder durch innere Gedanken (Gedankenkarussel) ablenken. Vielleicht fällt man auch in einen kurzen Tagtraum und es braucht viel Energie, aus diesem wieder herauszukommen. Das Gehirn verarbeitet pro Sekunde ca. 200000 Reize. Dies macht es in erster Linie unbewusst. Bewusst verarbeiten kann es nur 40-50 Reize pro Sekunde. Konzentration heisst also, dass man sich von den 200000 unbewussten Reizen nicht ablenken lässt und die 40-50 bewussten Reize auf einen Lern- oder Arbeitsinhalt fokussieren kann.

Performancetest

Möchten Sie wissen wie gut Ihre Konzentrationsfähigkeit, die Reaktionszeit und ihre Impulskontrolle ist? Mit einem einfachen 20min Test werden diese Werte (ca. 600 Reaktionen) ermittelt und mit 20000 Probanden verglichen. So sehen sie, wie gut ihr Test war. Danach wird trainiert und nach frühstens 10 Trainings wird der Performancetest wiederholt. Die Werte werden verglichen und die Fortschritte werden so objektiv messbar. Auf der rechten Seite sind 2 Performancemessungen abgebildet. Die vordere Säule zeigt den Wert vor der Neurofeedbacktherapie, die hintere Säule zeigt den Wert nach 18 Sitzungen (als Mittelwert gilt die Zahl 100).

Anmerkung: Neurofeedback allein ist nicht für erfolgreiche Prüfungsvorbereitung verantwortlich. Eine gesunde Portion Fleiss, Willen und Verständnis für den Prüfungsinhalt gilt als wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Unterstützung durch ein Neurofeedbacktraining.

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Dann buchen Sie Ihr kostenloses Erstgespräch. Weitere Informationen finden Sie auf Wikipedia sowie auf meiner Homepage.